Christin Paech arbeitet als Medizinisch-technische Assistentin im DKMS Life Science Lab in Dresden. Als gelernte MTLA, also Medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin, gehört die 32-jährige Mutter einer Tochter seit über zehn Jahren zur DKMS Familie. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in der Nabelschnurblutbank, der heutigen DKMS Stem Cell Bank. Heute gehört sie zum Team der Forschungsabteilung in unserem weltweit führenden HLA-Typisierungslabor. Im Interview hat sie uns erzählt, wie ihr Arbeitsalltag aussieht und warum die DKMS für sie ein besonderer Ort ist.

Liebe Christin, mit welchen Aufgaben bist du aktuell betraut?

Meine Aufgaben sind vielfältig und bestehen sowohl aus Labor- als auch aus Büroarbeiten. Die Hauptaufgabe meines Teams besteht darin, neue und bis dahin unbekannte Gewebemerkmale, die in unserem Labor entdeckt wurden, zu analysieren und zu veröffentlichen. Durch diese Arbeit ist es möglich ein genaues Ergebnis für dieses Merkmal zu erstellen und es nicht weiterhin als „unbekannt“ benennen zu müssen. Dafür benötigt es zusätzliche Laboranalysen mit vielen manuellen Arbeitsschritten, eine umfassende Auswertung der Daten am Computer sowie eine Übermittlung an die internationale Datenbank.

Meine Arbeit dient also der Erhöhung unserer Qualität im Labor und hilft somit bei der Suche nach einem passenden Stammzellspender für Blutkrebspatient:innen. Denn nur mit möglichst genauen Laborergebnissen ist dies möglich.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Ich beginne meist recht früh mit meiner Arbeit, nämlich um sechs Uhr. Als erstes prüfe ich am Computer die aktuellen Aufgaben und Termine. Anschließend stimme ich mich mit meinen Kolleg:innen über den Tagesablauf und die anstehende Arbeit ab. Dann geht es meistens weiter im Labor. Da führe ich dann alle notwendigen Laboruntersuchungen für die Bestimmung des neuen Gewebemerkmals durch. Aber auch reine Bürotage gehören zu meinem Arbeitsalltag.

Das DKMS Life Science Lab in Dresden

Das DKMS Life Science Lab in Dresden

Wie bist du zur DKMS gekommen?

Während meiner Ausbildung habe ich ein Praktikum auf einer hämatologischen Onkologie-Station in einem Krankenhaus gemacht. So kam ich erstmals mit Blutkrebspatient:innen in Kontakt. Ich habe erlebt, wie sie litten, wie manche starben, aber auch, wie ihnen geholfen wurde und es ihnen anschließend besser ging.

Mit dieser Erfahrung habe ich mich dann als potentielle Spenderin bei der DKMS registrieren lassen. Von diesem Moment an war das Thema bei mir präsent, und ich bewarb mich dann bei der DKMS. Zwar habe ich nun keinen direkten Kontakt zu Patient: innen, doch über die DKMS erfahre ich von einzelnen Schicksalen.

Ich freue mich immer wieder, wenn ein passender Spender gefunden wird, denn auch ich leiste meinen Beitrag dazu Leben zu retten.

Wenn du das Labor mit anderen auf der Welt vergleichst: Wo steht ihr da?

Unser Labor ist in seinem Wirken tatsächlich weltweit führend – und trotzdem ist das Betriebsklima sehr familiär. Wenn ich auf Kongressen andere Wissenschaftler:innen treffe, ist unser Labor häufig schon bekannt und eine klare Wertschätzung spürbar. Oft höre ich, dass sie davon beeindruckt sind, wie viel Technik und Know-how hinter unserer Arbeit steckt. Darauf bin ich sehr stolz.

Gleichzeitig ist unsere Arbeit sehr international. Wir sehen, wie viele Kolleg: innen von anderen Kontinenten dazu kommen und wie das Unternehmen weiterwächst – das beeindruckt mich.

Das DKMS Life Science Lab ist ein Ort der Entdeckungen und Superlative

Das DKMS Life Science Lab ist ein Ort der Entdeckungen und Superlative

Wie erlebst du diese Internationalität?

Unsere vierteljährlich stattfindenden Townhall-Meetings sind schon etwas Besonderes für mich. Das muss man sich wie eine Mitarbeiterversammlung als Videokonferenz vorstellen, bei der wir erleben, wie weltweit über eintausend Kolleg:innen an der gemeinsamen Mission mitarbeiten. Es ist auch schön, die Kolleg: innen auf diese Weise kennenzulernen. Insgesamt ist es bei der DKMS so: Egal, wo ich hinkomme oder herkomme – ich werde nie als Fremde behandelt, es herrscht immer ein familiäres Gefühl. Überall höre ich: Schön, dass du da bist.

Wenn ein passender Spender gefunden wird, dann weiß ich immer: Ich bin ein Teil davon!

Was gefällt dir an deiner Arbeit besonders?

Der Mehrwert meiner Arbeit für die Gesellschaft ist für mich sehr wichtig. Ich weiß, dass ich etwas Gutes tue und dabei mithelfe, den Blutkrebs bei vielen Patient:innen zu besiegen.

Außerdem gefällt mir, wie abwechslungsreich meine Arbeit ist. Ich mag meine Kolleg:innen und die Atmosphäre im Team ist wirklich angenehm. Zusätzlich kann ich meinen Beruf mit dem Privatleben gut vereinbaren: Wir arbeiten nicht in Schichten, haben die Möglichkeit Gleitzeit zu nutzen und einen Wochenenddienst kennen wir auch nicht. Ich freue mich, dass bei uns die Mitarbeitenden zählen, wenn es darauf ankommt.

Und wie sieht es mit der Karriere bei der DKMS aus?

Ein Jahr nach meiner Ausbildung habe ich bereits im Life Science Lab angefangen. Ich wurde zunächst an die Laborprozesse herangeführt. Die Einarbeitung war sehr intensiv – sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. Wichtig hierbei ist, dass die Mitarbeitenden alle Arbeitsprozesse gut verstehen. Selbstverständlich darf und soll jede:r dabei die einzelnen Prozesse hinterfragen – denn nur so werden wir kontinuierlich besser.

Nach der Geburt meiner Tochter habe ich für ein Jahr ausgesetzt, konnte aber nach der Elternzeit nahtlos meine Arbeit wieder aufnehmen. Ich wurde erneut gut eingearbeitet, habe mich dann aber entschieden intern auf eine Forschungsstelle zu wechseln und wurde sehr herzlich im neuen Team aufgenommen.

Das Anliegen der DKMS hat sich für mich zu einer Herzensangelegenheit entwickelt. Die DMKS steht für Fortschritt, Flexibilität und Entwicklung – es gibt keinen Stillstand, es geht immer weiter. Vor allem ist ganz viel Hoffnung zu spüren. Ich arbeite hier mit viel Leidenschaft und freue mich, auch weiterhin meinen Teil zur gemeinsamen Mission beitragen zu können.

Vielen Dank für das Interview!