Schon seit vielen Jahren werden wir bei unserer Arbeit in der Abteilung Corporate Communications von Studierenden unterstützt. Die Arbeit mit jungen, motivierten Menschen, die uns immer auch eine neue und frische Perspektive mit ins Team bringen, schätzen wir sehr. In der aktuellen Coronakrise hat die DKMS und damit auch das Comms-Team die Arbeit größtenteils ins Homeoffice verlagert. Aber was ist mit den Studierenden? Homeoffice für Werksstudenten, geht das? Es geht, und zwar sehr gut. Simone Stenmans studiert Medienwissenschaft an der Universität Bonn und ist seit dem 1. Februar Teil unseres Teams. Wie sie die aktuelle Situation ihres „Studentenjobs“ bei der DKMS im Homeoffice erlebt, hat sie uns in ihrem Gastbeitrag aufgeschrieben.

Montag, Mittwoch, Donnerstag: an zweieinhalb Tagen pro Woche arbeite ich als Werkstudentin bei der DKMS in Köln. Mit unserer Arbeit möchten wir so vielen Blutkrebspatienten wie möglich eine zweite Lebenschance ermöglichen. Auch und gerade in Ausnahmesituationen wie jetzt. Seit Kurzem arbeiten wir – wenn irgendwie umsetzbar – von zuhause aus, um die Ausbreitung von COVID-19 möglichst gering zu halten. Doch Studis und zuhause arbeiten, passt das zusammen?

Die Corona-Pandemie stellt die Arbeitswelt vor eine Herausforderung: Homeoffice. Möglichst für alle. Schließlich soll das Infektionsrisiko durch COVID-19 gering gehalten werden. „Plötzlich im Homeoffice“ titelt die Tagesschau. WELT gibt Tipps zu: „So verwahrlosen Sie im Homeoffice nicht völlig“. Was für viele Unternehmen längst Arbeitsalltag ist, sorgt bei anderen Arbeitgebern nach wie vor für Misstrauen. Wenn es dann darum geht, dass auch Studierende in ihren Nebenjobs von zuhause aus arbeiten, müssen Skeptiker vollkommen außer sich sein vor Sorge: Sind Studenten nicht von Natur aus faul? Werden sie die Heimarbeit nicht eher nach dem Motto „Netflix&Chill“ verbringen, statt zu arbeiten?

Nun ja, sagen wir mal so. Bevor ich im Homeoffice richtig loslegen konnte, gab es schon ein paar kleine Hürden: Die Verbindung zu Servern musste hergestellt, das Bürotelefon auf eine alternative Nummer umgestellt werden und Termine müssen als Telefon- oder Videokonferenz verfügbar sein. Logistische und technische Aspekte, die mich als Werkstudentin, vor allem aber das gesamte Team betreffen – und mithilfe der IT gelöst werden können. Was die Raumausstattung angeht, bin ich als Studentin gut vorbereitet, schließlich finden sich Schreibtisch, Kaffee und Notizblöcke in jeder Studentenbude.

Telefonkonferenzen sind produktiv – und helfen gegen Isolation

Produktiv sein. Ab jetzt. Aber ohne jemandem morgens auch nur Hallo gesagt zu haben? Da Homeoffice in der aktuellen Situation auf unbestimmte Zeit und nicht nur ab und an der Fall ist, ist das Thema Isolation für mich eine der größeren Herausforderungen. Der Plausch in der Kaffeeküche fällt erstmal weg. Telefongespräche mit einzelnen Kollegen helfen mir dabei, mich zuhause nicht vollkommen isoliert zu fühlen. Und da kann man auch schon mal fünf Minuten über das Wetter plaudern. Macht man im Büro schließlich genauso. Tagesthemen, die in Telefonkonferenzen besprochen werden, sorgen für business as usual – in einer ungewohnten Situation für alle. Denn wenn über zwanzig Personen miteinander kommunizieren, ohne sich zu sehen, wird das an der ein oder anderen Stelle durchaus etwas kompliziert. Die Lacher des Tages bieten dann vor allem eine Kinderstimme oder Hundegebell im Hintergrund der Telefonkonferenz.

Emotionale Videos über unsere Spender und Empfänger muntern mich mindestens genauso auf wie Telefongespräche. Denn egal, ob aus dem Büro oder von zuhause aus: Als Stammzellspenderdatei kämpfen wir auch in Ausnahmesituationen dafür, so viele Stammzellspender wie möglich zu finden und Transporte über Ländergrenzen hinaus zu organisieren.

Der Gedanke daran, unseren Patienten zu helfen, motiviert – auch wenn es zuhause verlockend ist, einmal mehr in den Kühlschrank oder aus dem Fenster zu schauen. „Okay, vernünftig arbeiten bis zur Pause“, denke ich mir zwischendurch und verabrede mich statt mit den Kollegen mit meiner Mitbewohnerin zur Mittagspause. Das ist der klare Vorteil einer Wohngemeinschaft, wenn die anderen ebenfalls im Homeoffice sind. Oder sie sind zuhause, weil sie im schlimmsten Fall gerade keinen Nebenjob mehr haben. Viele Studenten, die in Bars und Cafés arbeiten, als DJ im Club auflegen oder bei Messen jobben, haben plötzlich ihren Job verloren. Da bin ich froh, dass ich so bequem von zuhause aus arbeiten kann.

Übrigens: da die Bibliotheken geschlossen, Prüfungen verlegt und die Fristen für Hausarbeiten aufgeschoben wurden, bleibt mir abends und am Wochenende noch genug Zeit für „Netflix&Chill“ oder endlich mal wieder ein gutes Buch. Denn in Sachen Uni ist Prokrastination ein ganz anderes Thema…

Text und Fotos: Simone Stenmans