Seit dem 1. Juli 2019 bin ich nun Volunteer-Managerin bei der DKMS in Köln und muss sagen, dass die letzten beiden Monate wie im Flug vergangen sind. Das geht vermutlich fast jedem so, der eine neue Stelle antritt und erst einmal viele Eindrücke verarbeiten muss. Aber ich habe trotzdem das Gefühl, dass bei mir die Vorspultaste aktiviert wurde. Und das ist im positivsten Sinne gemeint! Mit Sicherheit habe ich dieses Gefühl, da der kommende Volunteer-Workshop vor der Tür steht, bei dem unsere neuen ehrenamtlichen Unterstützer uns und ihre Aufgaben kennenlernen.

Dieses Mal fiebern vermutlich nicht nur unsere Volunteers auf diesen Termin im September hin, sondern auch ich blicke mit Neugier und Spannung darauf. Dann lerne ich endlich die vielen freiwilligen Helfer persönlich kennen, die uns dabei unterstützen, in ganz Deutschland Aktionen für die DKMS zu betreuen. Um Teil des Volunteer-Programms zu werden, haben sie uns in den vergangenen Wochen tolle, engagierte und teils sehr persönliche Bewerbungen und Videos gesendet.

Das Volunteer-Programm gibt es seit Anfang 2018. Seitdem hat die DKMS schon über 100 Volunteers dafür gewinnen können und mit ihrer Unterstützung fast 400 Aktionen an Schulen, Unis und in Firmen durchgeführt. Das Programm ist so erfolgreich angelaufen, dass es jetzt ausgebaut wird und weitere Volunteers gewonnen werden sollen, die uns im Kampf gegen Blutkrebs unterstützen.

Viele Volunteers haben inzwischen an Workshops teilgenommen und können mit ihrem neuen Wissen eigenständig Registrierungsaktionen an Schulen, Hochschulen und in Vereinen durchführen sowie bei Infoveranstaltungen Vorträge halten

Ich bin sehr von dem Engagement der Volunteers, die ich in den letzten Wochen bereits kennenlernen durfte, beeindruckt. Es ist toll zu sehen, wie viel Einsatz junge Menschen neben Uni, Ausbildung, Job und Freizeit für unsere Sache einbringen und wie sie hinter der DKMS stehen. Viele unserer jetzigen und zukünftigen Volunteers sind zudem Spender und haben die Erfahrung gemacht, mit ihrer Stammzellspende jemandem das Leben zu retten. Das finde ich schon ziemlich beeindruckend, aber vielen „reicht das noch nicht“. Sie wollen so viele Menschen wie möglich davon überzeugen, sich bei der DKMS registrieren zu lassen!

Ich selbst habe mich 2015 im Rahmen einer Registrierungsaktion eines lokalen Radiosenders in Aachen aufnehmen lassen. Die DKMS und ihre Arbeit kannte ich da bereits eine Weile über die Öffentlichkeitsarbeit aus den Print- und Fernsehmedien sowie von einer Freundin, die als Studentin im Kölner Büro angefangen hatte. Aber wie es häufig so ist, musste ich noch die letzte Hürde nehmen und einen passenden Anlass zur Registrierung finden. Umso gelegener kam der Aufruf im Radio, dem ich nur zu gerne gefolgt bin. Nach Feierabend und quasi zwischen den Einkäufen und einem Bummel durch die Aachener Innenstadt war die Registrierung nach ein paar Minuten auch schon erledigt. Als Spenderin kam ich bisher noch nicht infrage, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Umso spannender ist es daher für mich, wenn unsere Volunteers von ihren Spendererfahrungen erzählen. Diese Geschichten und auch die Treffen zwischen Spendern und Empfängern, die manche Volunteers schon erlebt haben, sind wirklich bewegend, und ich freue mich, dass sie auch ein Teil meiner Arbeit sind. Erst kürzlich hat mir eine angehende Volunteer von ihrer bemerkenswerten Erfahrung berichtet: Sie ist im Alter von 18 Jahren als Spenderin angefragt worden und sollte über das periphere Entnahmeverfahren Stammzellen spenden. Leider hat sich während der Spende herausgestellt, dass sich nicht genug Stammzellen in ihrem Blut angereichert haben, und sie wurde erneut gefragt, ob sie bereit sei, am nächsten Tag Knochenmark aus dem Beckenkamm zu spenden. Sie zögerte keinen Moment, da sie wusste, dass ihr Patient auf die Spende wartete. Ich finde es wirklich anerkennenswert, dass jemand in so jungen Jahren so reif und entschieden handelt und es für selbstverständlich erachtet, sich für jemand Fremden einzusetzen. Chapeau!

Teilnehmer beim Volunteer-Workshop in Köln

Meinen Hut ziehe ich aber vor all unseren Volunteers und denen, die nach dem Workshop am 14. September in das Programm einsteigen. Denn alle sind dazu bereit, sich in ihrer Freizeit für den Kampf gegen Blutkrebs einzusetzen. Ich habe mich selbst während meines Studiums und auch schon in der Schulzeit ehrenamtlich engagiert und kann daher gut nachvollziehen, wie es ist, alles unter einen Hut bekommen zu müssen. Aber auch wenn ich vielleicht mal einen Termin mehr zwischen Uni, Lernstress und allem anderen einplanen musste, hat es mir immer Spaß gemacht und mich bereichert. So unter uns, manchmal glaube ich, dass diese Arbeit und der Kontakt zu unterschiedlichen Menschen vielleicht sogar etwas bildender waren als manches Tutorium an der Uni J.

Aus den zahlreichen Meldungen, die wir in den vergangenen Wochen von jungen Menschen für das Volunteer-Programm erhalten haben, konnten wir etwa 40 junge Männer und Frauen für den Workshop gewinnen. Da gehen wir die wichtigsten Facts für die Aufgaben als Volunteer durch: von A wie Aufbau bis Z wie Zählen der Proben. Neu bei diesem Workshop wird sein, dass nach dem inhaltlichen Part noch nicht Schluss ist, sondern wir uns mit den Volunteers aus den vergangenen Workshops treffen und eine gemeinsame Rheinrundfahrt machen. Währenddessen gibt es für alle noch ein paar spannende Programmpunkte wie ein Q&A zum Thema „Wie geht es nach der Registrierung bei der DKMS weiter?“ oder eine Fotobox mit einer kleinen Aufgabe, die zum Ende der Fahrt erfüllt werden muss.

Aber wir wollen den Abend auch einfach dafür nutzen, uns untereinander besser kennenzulernen und auszutauschen. Sicherlich können unsere neuen Volunteers auch von den Erfahrungen derjenigen profitieren, die schon ein paar Aktionen betreut haben. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf einen tollen Workshop-Tag, aber auch auf einen schönen Abend mit allen zusammen auf dem Rhein. Ich bin froh, vor gefühlt wenigen Tagen, aber in Wirklichkeit doch schon vor ein paar Wochen Teil des Volunteer-Teams geworden zu sein!

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