Es ist allseits bekannt, dass der Profisport von vielen Faktoren regiert wird: Neben dem sportlichen Erfolg nehmen Sponsoren, Zuschauerzahlen, mediale Präsenz und öffentliche Wahrnehmung zentrale Rollen ein. Damit setzt sich jeder Verein auseinander und steht dabei in Konkurrenz einem umfangreichen – sportlichen – Angebot.

Doch es gibt Momente, da steht jegliche Konkurrenz hinten an. So auch kürzlich in Düsseldorf. Was in der NRW-Landeshauptstadt in kürzester Zeit auf die Beine gestellt wurde, ist Richtungsweisend für jede Stadt, die sich wie Düsseldorf als Sportstadt versteht.

Ausgangspunkt war eine Initiative von Borussia Düsseldorf, die DKMS im Kampf gegen Blutkrebs zu unterstützen. Der Tischtennis-Primus hatte sich im Dezember letzten Jahres zum Ziel gesetzt, die eigene Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen, um möglichst viele Menschen über die Arbeit der DKMS zu informieren und für eine Registrierung zu sensibilisieren.

Soweit, so gut. Was dann folgte, war für mich nicht absehbar – allenfalls wünschenswert, denkbar, eine Traumvorstellung. Denn „Sportstadt Düsseldorf“ ist nicht nur ein hübsches Logo, mit dem sich die Stadt am Rhein „schmückt“. Im Gegenteil: Düsseldorf hat schon in der Vergangenheit bewiesen, dass sie sich zu Recht dieses Prädikat verdient hat. Dabei unterscheiden die Verantwortlichen auch nicht zwischen lokalem und internationalem Engagement. Auch deshalb war die Sportstadt schnell bei der Sache, zu einem runden Tisch einzuladen. Im „Schulterschluss gegen Blutkrebs“ kamen Fortuna Düsseldorf, die DEG, die Düsseldorf Panther, die ART Giants Düsseldorf, die HC Rhein Vikings und Borussia Düsseldorf zusammen und waren sich sofort einig, eine gemeinsame Aktion mit der DKMS umzusetzen.

Noch im Dezember kamen Vertreter aller Vereine auf dem Burgplatz zusammen, um ihren „Schulterschluss gegen Blutkrebs“ den Medienvertretern vorzustellen – und auch zu zeigen. Stadtdirektor Burkhard Hintzsche übernahm gerne die Schirmherrschaft. Auch das ein deutliches Zeichen für die Wichtigkeit der Initiative.

Der gemeinsame Aufruf der Düsseldorfer Sportvereine gipfelte in einer Registrierungsaktion, die im Deutschen Tischtennis-Zentrum stattfand. Den ganzen Januar über informierten und mobilisierten die Vereine ihre Fans. Sie verschickten Newsletter, nutzen ihre Social Media Kanäle und warben bei ihren Heimspielen für die Aktion. Borussia Düsseldorf gestaltete ihre Startseite komplett neu, um so auf die Aktion, die im Rahmen ihres Spitzenspiels gegen Schwalbe Bergneustadt stattfand, hinzuweisen. Bei der Düsseldorfer EG durfte ich bei einem mehrminütigen Interview in der Drittelpause für die DKMS und die Initiative werben. Kurzum: Jeder Verein hat alles gegeben, um die gemeinsame Sache groß zu machen. Die Sportstadt hat alles koordiniert. Und auch Unternehmer wurden aktiv, so wie die ARAG, die durch eine Spende die entstehenden Kosten von 35 Euro pro Registrierung mit abgedeckt hat.

Rückblickend schaue ich nicht nur auf fast 100 neue Registrierungen. Durch das uneigennützige Engagement der Vereine und aller anderen Beteiligten ist die Notwendigkeit unserer Arbeit für die Blutkrebspatienten einmal mehr in eine breite Öffentlichkeit getragen worden. Die DKMS war mal wieder „in aller Munde“. Durch unsere Präsenz kamen neue Kontakte zustande, es gibt jetzt schon erste Ideen für eine Verlängerung der Aktion bei einzelnen Vereinen. Und auch eine andere Sache hat sich bewahrheitet: Unabhängig aller unterschiedlichen Interessen ist es nicht schwierig, sich im Kampf gegen Blutkrebs zu vereinen. Das hat Düsseldorf bewiesen. Das haben die Vereine bewiesen. Das haben die Fans aller Sportarten bewiesen.

Die Sportstadt Düsseldorf war also nur der Anfang – es gibt noch so viele Städte in Deutschland, wo genau dieser Schulterschluss ein Beweis des Zusammenhalts und der Gemeinsamkeit sein kann!

Danke an Borussia Düsseldorf, Fortuna Düsseldorf, Düsseldorfer EG, Düsseldorf Panther, ART Giants Düsseldorf, HC Rhein Vikings und an die Sportstadt Düsseldorf!

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