Mit großer Vorfreude fieberte ich bereits Tage vorher diesem einen Samstag entgegen. Meine erste Spender-Empfänger-Begegnung stand bevor! Und so war bereits um fünf Uhr meine Nacht vorbei, so aufgeregt war ich. Für uns Mitarbeiter der DKMS, insbesondere die, die normalerweise im Tagesgeschäft nicht so nah an den Spendern und Patienten sind, ist ein solches Ereignis ein absolutes Highlight.

Mein regulärer Job ist es, Unternehmen, die die DKMS und den Kampf gegen Blutkrebs unterstützen möchten, unsere Arbeit vorzustellen, Kooperationen zu entwickeln und zu betreuen. Wie also kam ich dazu, als Mitarbeiter der Abteilung Fundraising diese Begegnung zu begleiten?

Dafür muss ich ein wenig ausholen: Eine Kollegin aus unserem Spender-Patienten-Kontakte-Team zeigte mir im vergangenen Jahr in anonymisierter Form einige Zeilen einer geheilten Patientin, in denen diese erwähnte, dass sie nach dem Erhalt ihrer Stammzellspende auf einmal gerne Bier trinken würde. Gemeinsam entwickelten wir die Idee, dass sich Spender und Patientin nach dem Ende der Anonymitätsfrist von zwei Jahren vielleicht bei einem Bier in Nordrhein-Westfalen kennenlernen könnten.

Schließlich gibt es hier einige Unternehmen, die unsere Arbeit finanziell unterstützen, und auf deren Hilfe wir auch für dieses Treffen vertrauen konnten. Also fingen wir an, den Tag zu organisieren, was nicht ganz einfach gewesen ist, denn die Spenderfamilie kam aus Bayern, die Patientenfamilie aus Rostock. Für die kostenlosen Übernachtungen konnten wir aufgrund unserer engen bestehenden Verbindung das Cologne Marriott gewinnen. Auf die Begegnung selbst wurde in der Krombacher Brauerei mit einem Bier angestoßen und zum Abschluss in einem leckeren italienischen Restaurant zu Abend gegessen.

Strahlen um die Wette: Empfängerin Martina und DKMS-Spender Albert

Bis zum gemeinsamen Kennenlernen sorgten alle Beteiligten dafür, dass unsere Stammzellempfängerin Martina völlig unwissend war, und erst kurz vorher von dieser großen Überraschung erfuhr. Schon bei der ersten Begrüßung von Martina und ihrer Familie kamen mir Tränen in die Augen, und ich stellte mir vor, wie emotional es denn für sie wohl sein würde, wenn sie kurze Zeit später ihren Lebensretter Albert in die Arme schließt.

Mittags war es dann endlich soweit, die Anspannung wurde immer größer. Beide Familien hatten bereits im Hotel eingecheckt, ein Kamerateam stand bereit und ich begleitete Martina, ihren Mann und ihre Tochter zum Rhein, wo meine Kolleginnen bereits mit Albert und seiner Familie warteten. Und dann flossen noch mehr Freudentränen. Selbst den Kameramann überwältigten seine Emotionen.

Der Tag ging dann im familiären Kreis mit dem Brauereibesuch und Abendessen weiter. Am Ende waren alle erschöpft, aber glücklich. Ein Tag, den ich nie vergessen werde!

Solche Momente bestärken mich in meinem täglichen Tun, denn man sieht, wofür man bei der DKMS arbeitet. Hautnah miterlebt zu haben, wie sich die Patientin und ihr Spender getroffen haben, motivieren mich noch mehr, im Kampf gegen Blutkrebs alles zu geben. Ich möchte mich noch einmal ausdrücklich bei beiden Familien und allen Unterstützern bedanken, die diesen Tag möglich gemacht haben!

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