Seit vielen Jahren eine feste Größe im Terminkalender der DKMS – der DLH-Patientenkongress des Bundesverbandes Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe e.V. In diesem Jahr fand der Kongress in Düsseldorf statt, bei dem wieder mehr als 500 Patienten angereist waren, um sich zu ihrem Krankheitsbild und den Umgang damit auf Vorträgen oder in Workshops zu informieren. Jessica Stoltze arbeitet im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Stiftung Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe und hat uns ihre Eindrücke aus Düsseldorf in einem Gastbeitrag geschildert.

In diesem Jahr fand der 21. DLH-Patientenkongress des Bundesverbandes Deutsche Leukämie-& Lymphom-Hilfe e.V. im Hilton Hotel in Düsseldorf statt. Ich selbst war zum zweiten Mal als Ausstellerin für die Stiftung Deutsche Leukämie-& Lymphom-Hilfe vor Ort. Und wie auch im letzten Jahr war ich von der Atmosphäre überwältigt.

Den ganzen Kongress über standen dem Organisationsteam rund 50 ehrenamtliche Helfer zur Seite. Das Bemerkenswerte daran: Die meisten von ihnen sind selbst an einer Leukämie oder einem Lymphom erkrankt. Das Engagement dieser Betroffenen und ihrer Angehörigen ist außergewöhnlich. Durch ein dunkelrotes T-Shirt und ein Namensschild waren die Helfer jederzeit für die Teilnehmer des Kongresses erkennbar. Ob es um organisatorische Fragen oder den Austausch zur Erkrankung ging, die Helfer waren für die Teilnehmer immer ansprechbar. Bei erneut über 560 Besuchern, die der Einladung zu dem kostenlosen Kongress folgten, manchmal eine echte Herausforderung. Insbesondere dann, wenn jeder den Raum suchte, in dem der relevante, krankheitsbezogene Workshop stattfand.

Seit November 2016 unterstützt Jessica Stoltze die Stiftung Deutsche Leukämie-& Lymphom-Hilfe in den Bereichen Fundraising, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Veranstaltungen.

In der Nachmittagspause wurde dann wieder deutlich, wie sehr die Teilnehmer es schätzten, dass sie direkt im Anschluss an die Vorträge ihre Fragen an die Referenten richten und sich mit gleicherkrankten austauschen konnten. So kamen zur Kaffeezeit viele Teilnehmer an den Stiftungsstand und strahlten mich an. „Für mich ist dieses Angebot überaus wertvoll. Vielen Dank für die tolle Organisation“, sagte eine Teilnehmerin zu mir.

Nachhaltig beeindruckt haben mich aber vor allem zwei Aufeinandertreffen: Die Begegnung mit einer CML-Patienten, Mutter von zwei Kindern, rührte mich buchstäblich zu Tränen. Denn in 2017 konnte die Stiftung Deutsche Leukämie-& Lymphom-Hilfe ihre Familie finanziell mit einer Einzelfallhilfe unterstützen und ihr so in der schwierigen Zeit beistehen. Rege tauschten wir uns über ihre aktuelle Situation aus und sie erzählte mir, dass sie sich überlegt, ab August wieder in ihren Beruf einzusteigen.

Die andere Begegnung begann mit einem kurzen Grübeln, ob die Person tatsächlich die war, für die ich sie hielt. Wenige Augenblicke später lachten wir uns jedoch an und lagen uns in den Armen. Vorher hatte ich zu dieser Patientin, die an sekundärer Myelofibrose leidet, nur sporadischen, schriftlichen Kontakt. Umso schöner war es, sich persönlich kennenzulernen.

Rund 560 Besucher nahmen am Kongress in Düsseldorf teil

Ein weiterer Höhepunkt auf der zweitägigen Veranstaltung war für mich die Abendveranstaltung am Samstag. In diesem Jahr gab es gleich mehrere Programmpunkte: Nach der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden des DLH e.V., stellte die Stiftung Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe dem 300-köpfigen Publikum ihren neuen Schirmherrn Hannes Hoch vor. Der Moderator und Journalist war sichtlich gerührt, als ihm auf der Bühne eine Ernennungsurkunde durch den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung, Michael Söntgen, überreicht wurde.

Anschließend feierte die Leukämie Lymphom Liga Düsseldorf ihr 30-jähriges Bestehen und Herr Prof. Dr. Mayer-Falcke, Beigeordneter der Stadt Düsseldorf, gratulierte dem Verein zu diesem Jubiläum. Nach dem Ansturm auf das köstliche Buffet unterhielt André Hartmann die Gäste mit seinem Programm aus Stimmimitation und großartig kombinierten Liedern, die das Publikum ihm zurief. Eine tolle Show, die allen Anwesenden so sehr gefiel, dass gleich mehrere Zugaben folgten. Besonders geschätzt wurde der Abend allerdings wegen des wertvollen Austauschs, bei dem viele neue Kontakte geknüpft wurden.

Alles in allem durfte ich am Sonntag in viele zufriedene Gesichter blicken und freue mich bereits auf das nächste Zusammentreffen mit dieser einmaligen, großen Familie.

 

Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketing engagierte sich Jessica Stoltze ein halbes Jahr lang in einem Entwicklungsprojekt in Ghana. Im Anschluss daran verwaltete sie zunächst mehrere Einkaufzentren für eine Immobilienfirma. Doch es zog sie zurück in den Non-Profit Bereich: Seit November 2016 unterstützt sie die Stiftung Deutsche Leukämie-& Lymphom-Hilfe in den Bereichen Fundraising, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Veranstaltungen.

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