In diesem Jahr fand das gemeinsame Treffen der amerikanischen Gesellschaften CIBMTR (Center for International Blood & Marrow Transplant Research) und ASBMT (American Society for Blood and Marrow Transplantation) im verschneiten Salt Lake City statt.

An insgesamt fünf Tagen haben ca. 3.000 Teilnehmer an verschiedenen Plenarsitzungen, wissenschaftliche Vorträgen, Workshops, Arbeitsgruppentreffen und Posterpräsentationen zu Themen rund um Knochenmark- und Blutstammzelltransplantationen sowie Zelltherapien teilgenommen. Dies ist eine Auswahl von interessanten Vorträgen, die wir, Raquel Palencia, Henning Baldauf und Sarah Wendler von der DKMS Clinical Trials Unit vorstellen möchten.

Die DKMS ist ständig bestrebt, neue Erkenntnisse zur Verbesserung der Spenderauswahl zu gewinnen. Eine interessante Studie präsentierte Neema P. Mayor vom britischen UCL Cancer Institute. Die Arbeitsgruppe stellte, basierend auf knapp 900 analysierten Proben von Spendern und Patienten, ein signifikant höheres Gesamtüberleben nach einer 12 von 12 kompatiblen Transplantation (zusätzlich zu HLA-A, -B, -C, -DRB1 und –DQB1 auch –DPB1) im Vergleich zur Betrachtung von 10 übereinstimmenden Merkmalen fest. Eine Bestätigung dieser Ergebnisse soll in weiteren Studien erfolgen.

Die Prävention von GvHD steht weiterhin im Fokus vieler Forschungsansätze, um einem Ausbruch der Erkrankung vorzubeugen.

Die Anwendung von Antithymozytengloblulin (ATG) ist eine mögliche Präventionsmaßnahme. Manabu Wakamatsu präsentierte Ergebnisse einer japanischen Studie von Patienten mit akuten Leukämien. Es konnte gezeigt werden, dass ATG das Auftreten von akuter GvHD nach einer Transplantation mit Knochenmark eines unverwandten Spenders wesentlich verringert wird, ohne dabei die transplantationsabhängige Sterblichkeit oder das Rückfallrisiko zu beeinflussen. Nach einer Transplantation mit peripheren Blutstammzellen oder Nabelschnurblut hingegen stellte sich die Behandlung mit ATG als ein Risikofaktor für das Gesamtüberleben dar.

In der finalen Vorlesungsreihe wurden die Ergebnisse der ersten BMT CTN Progress Studie präsentiert. Hinter der Serie Progress verbergen sich mehrere klinische Studien zur Verbesserung der GvHD Prophylaxe, unter anderem auch die klinische Prüfung BMT CTN 1301, welche von der DKMS in Deutschland unterstützt wird. An der vorgestellten klinischen Studie haben Patienten mit Erkrankungen des blutbildenden Systems teilgenommen, welche nach einer Konditionierung mit reduzierter Intensität eine allogene periphere Blutstammzellspende erhielten. Progress I hat gezeigt, dass die Behandlung mit Mycophenolat-Mofetil, Tacrolimus und Cyclophoshamid nach Transplantation das GvHD-freie Überleben im Vergleich zur Standardtherapie mit Tacrolimus und Methotrexat signifikant verbessert. Nach ausreichender Bestätigung dieser Ergebnisse könnte zukünftig die Effektivität der Therapien steigen.

Die nächste Konferenz wird in Houston, Texas stattfinden – dann unter dem neuen Titel TCT (Transplantation and Cellular Therapy) Meetings. Wir hoffen natürlich, dann 2019 etwas von der Wärme der Südstaaten mit nach Deutschland zu bringen und nicht wie in diesem Jahr zweistellige Minusgrade …

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