Jeden Freitag herrscht an den DKMS-Standorten in Tübingen, Köln, Berlin und Hövelhof Aufbruchstimmung. Denn dann wird gegen Nachmittag das Material für das Wochenende gepackt, das auf Registrierungsaktionen in ganz Deutschland zum Einsatz kommt. Sind es früher noch riesige Kisten mit Blutabnahmesets gewesen, sparen wir mittlerweile durch die Möglichkeit, die HLA-Merkmale über Wattestäbchen zu bestimmen, viel Platz im Auto. Voll ist der Kofferraum trotzdem, wenn nicht sogar ein zweiter Wagen mitfahren muss.

Während Aktionen in Unternehmen, Schulen, Unis, Vereinen und Verbänden in der Regel in der Woche stattfinden, stehen die Samstage und Sonntage ganz klar im Zeichen der öffentlichen Registrierungsaktionen, die nicht selten eine gesamte Region bewegen. Auch wenn sich mittlerweile viele Spender online registrieren und somit ihr Set nach Hause schicken lassen, sind die Aktionen vor Ort, die immer im Namen eines Erkrankten stattfinden, so etwas wie das Herzstück der DKMS-Spenderneugewinnung. Denn nichts kommt an die Emotionen, die Dynamik, die grenzenlose Hilfsbereitschaft und das gemeinsame Erleben heran. Der Zusammenhalt, der auf solch einer Aktion zu sehen und zu spüren ist, ist unter den vielen gemeinnützigen Organisationen, die es in Deutschland gibt, einmalig.

Allein 2017 wurden über 70 Patientenaktionen durchgeführt. So sind wir seit 1991 in fast jedem Winkel Deutschlands unterwegs gewesen und haben dabei hunderttausende Kilometer zurückgelegt. Hinter jeder öffentlichen Patientenaktion steht eine lokale Initiativgruppe, die mit großem Engagement dafür sorgt, dass sich die Menschen in ihrer Umgebung angesprochen fühlen und den Kampf gegen Blutkrebs durch ihre Registrierung oder mit einer Geldspende unterstützen.

Eine große Rolle spielt dabei auch die örtliche Presse, die die Patientenschicksale zum Anlass nimmt, das Thema Stammzellspende ausführlich zu beleuchten und auf die Aktion aufmerksam macht. Um dem gestiegenen Anspruch der Journalisten gerecht zu werden und einen noch besseren Service zu bieten, hat die DKMS im neuen Media Center für Patientenaktionen einen eigenen Bereich geschaffen. Darin finden Medienvertreter nicht nur die Pressemitteilung und das Flugblatt zur Aktion, sondern auch weiterführende Informationen und regelmäßige Updates zur Veranstaltung und zum Patienten.

Ein Spender präsentiert stolz seine ausgefüllte Einverständniserklräung und das Set mit den Stäbchen. Foto: DKMS

Die Neugewinnung und Vermittlung von Spendern ist und bleibt der Kern der DKMS. Zusammen mit den Online-Registrierungen haben sich im vergangenen Jahr allein in Deutschland über eine halbe Millionen Menschen als potenzielle Lebensretter in unsere Datei aufnehmen lassen. Die größte Aktion aller Zeiten fand übrigens vor fast genau sieben Jahren statt: Am 27. Februar 2011 ließen sich in Salem sage und schreibe 7.330 Menschen an einem Tag registrieren – bis heute unerreicht!

Auch 2018 haben wir uns ehrgeizige Ziele gesteckt, denn allein in Deutschland findet immer noch jeder 10. Patient keinen passenden Stammzellspender. Weltweit ist die Situation weitaus dramatischer. Und deshalb werden wir nicht damit aufhören, neue Spender aufzunehmen. Gemäß unserem Anliegen: Für die zweite Chance auf Leben überwinden wir Grenzen, lassen nichts unversucht und geben nie auf!

Und das wird uns nicht nur freitags bewusst, wenn wir wieder einmal kistenweise Wattestäbchen ins Auto einladen …

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