“African American Bone Marrow Awareness Month”, also auf Deutsch „Afroamerikanischer Knochenmarks Bewusstseins Monat“ oder einfach kurz AABMAM. Was verbirgt sich hinter der Wortkombination, die im Deutschen so sperrig daher kommt? Der AABMAM ist eine Besonderheit in den USA und findet jedes Jahr im Juli statt. In diesem Monat soll vor allem bei der afroamerikanischen Bevölkerung der USA ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Stammzellspende im Kampf gegen Blutkrebs geschaffen werden.

Warum kann das entscheidend sein? Bei einer Stammzelltransplantation sind möglichst genau übereinstimmende Gewebemerkmale von Spender und Patient entscheidend. Je genauer die Gewebemerkmale von beiden übereinstimmen, desto größer sind die Erfolgschancen bei der nichtverwandten Stammzelltransplantation. Diese Gewebemerkmale unterscheiden sich regional sehr stark, die Herkunft ist entscheidend. Deswegen gilt: Je mehr Menschen verschiedener Nationalitäten registriert sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für jeden Patienten einen passenden Spender zu finden.

Und darum geht es: Da die afroamerikanische Bevölkerung mit nur sieben Prozent bei den registrierten Stammzellspendern in den USA im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen stark unterrepräsentiert ist, haben es afroamerikanische Blutkrebspatienten ungleich schwerer, einen lebensrettenden Spender zu finden. Um das zu ändern wird genau diese Bevölkerungsgruppe jedes Jahr im Monat Juli ganz gezielt dazu aufgerufen, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen.

John C. Frierson aus Detroit ließ sich im Oktober 2002 bei einer Aktion für einen Feuerwehrmann aus seiner Umgebung registrieren. Sechs Monate später bekam er die Nachricht, dass er tatsächlich als Spender in Frage kommt. Seine Gewebemerkmale passten zu denen eines Patienten. Nicht zu denen des Feuerwehrmannes, sondern zu denen eines zweijährigen Jungen.

Frierson spendete, die Stammzelltransplantation war erfolgreich und der Junge überlebte. Die Art und Weise wie alles funktionierte und wie einfach der ganze Prozess für ihn als Spender über die Bühne ging, bewegte John dazu mehr zu tun, sich noch mehr einzubringen und ganz gezielt andere Afroamerikaner dazu zu bewegen, sich dem National Marrow Donor Program (NMDP) anzuschließen.

Aufgrund dieser Initiative beschloss der Senat der Vereinigten Staaten im Juni 2009 eine Resolution zu diesem Thema und so wurde der Juli in ganz Amerika zum offiziellen “African American Bone Marrow Awareness Month”.

Im Mai 2010 schlossen sich erstmalig fünf Städte in den USA zusammen, um mit koordinierten Aktionen auf die Ziele des AABMAM aufmerksam zu machen. Dadurch fand das Thema schließlich auch Zugang in die Medien und seitdem wird die Aktion insgesamt von Jahr zu Jahr größer und populärer.

Mittlerweile beteiligen sich auch immer mehr Prominente aus den USA an zahlreichen Aktionen und helfen mit, das Bewusstsein für den Kampf gegen Blutkrebs zu stärken. Der „African American Bone Marrow Awareness Month“ ist nach einem verhaltenen Start zu einem echten Renner geworden.

Weitere Informationen finden Sie auf dkms.org/AABMAM

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