Reden lindert psychischen Stress und fördert gleichzeitig den Heilungsprozess. Darum geht es in der Selbsthilfegruppe „Berg und Tal e. V.“ aus Essen, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum feiert. Der Verein steht Patienten zur Seite, die zur Behandlung einer bösartigen Bluterkrankung auf eine Stammzelltransplantation angewiesen sind. 

Die Gesprächsteilnehmer kommen aus der ganzen Republik. Denn der Verein arbeitet eng mit Europas größtem Zentrum für allogene Stammzelltransplantationen im Universitätsklinikum Essen zusammen. Häufig bereichern Psychoonkologen, Pfleger, Sozialarbeiter oder Ärzte die Gesprächsrunden mit ihrem medizinischen Fachwissen.

„Die meisten Menschen, die zu uns kommen, müssen erst einmal mit der Diagnose klarkommen“, sagt Vereinsmitgründer Günther Axler, der 1996 mit Knochenmark eines Familienangehörigen transplantiert wurde. „Isolation ist ein weiteres, leider notwendiges Übel, das vielen Betroffenen seelisch stark zusetzt“, fügt der 64-jährige Wesselinger hinzu. Axler selbst litt sehr unter der wochenlangen Abschirmung auf der Isolierstation, als sein neues Abwehrsystem noch schwach war. Auch nach der Entlassung musste er direkten Kontakt mit Menschen längere Zeit vermeiden. Und doch ist ihm aus dieser Zeit ein herzerwärmendes Erlebnis in Erinnerung geblieben: Familie, Freunde und Nachbarn hießen ihn nach seiner Rückkehr aus der Isolation vor seinem Haus mit einer Überraschungsparty willkommen – und stießen mit ihm durch die offene Terrassentür an.

Vorstand Berg und Tal e.V.

Vorstand: v.l.n.r. Anna Gebbers-Fritsche, Günther Axler, Barbara Larisch

Viele Vereinsmitglieder haben am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, ein komplett neues Immunsystem zu erhalten. Vorstandsvorsitzende Barbara Larisch erkrankte wie Axler an chronisch myeloischer Leukämie. Anna Gebbers-Fritsche, ebenfalls seit vielen Jahren im Vorstand aktiv, begleitete ihren Mann durch dessen Krankheit. Er war vor acht Jahren an einem Mantelzell-Lymphom erkrankt.

Seit 1997 besteht die Selbsthilfegruppe und unterstützt seitdem unermüdlich die DKMS mit Registrierungsaktionen, auf denen sich Menschen in die Stammzellspenderdatei aufnehmen lassen können. Mehr als 1.300 neu registrierte Spender sind ein Ergebnis der erfolgreichen Zusammenarbeit.

Weitere Infos zum Verein gibt es unter bergundtal-ev.de

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