Aktuell ist Japan Partnerland der CeBIT 2017, der weltweit größten Messe für IT. Auch die DKMS ist in diesem Jahr als Partner der Salesforce World Tour@CeBIT 2017 mit in Hannover dabei und mobilisiert die Menschen, sich für Blutkrebspatienten einzusetzen. Für uns ein spannender Anlass, auch das Engagement von Japan im Kampf gegen Blutkrebs zu zeigen und zu verdeutlichen, dass die Stammzellspende ein weltweites Solidarsystem ist und gemeinsam mehr bewirkt werden kann.

Seit vielen Jahren ist Japan mit einem eigenen Stammzellspenderregister aktiv und bietet die Möglichkeit, sich als potenzieller Spender aufnehmen zu lassen. Das Register heißt Japan Marrow Donor Program (JMDP) und wurde 1991 in Kooperation mit dem japanischen Roten Kreuz und auf Initiative der japanischen Regierung aus der Taufe gehoben. Im gleichen Jahr wurden beispielsweise auch die DKMS in Deutschland und das South African Bone Marrow Registry (SABMR) in Südafrika gegründet.

Registriert werden im JMDP Spender zwischen 18 und 54 Jahren. Ab 20 Jahren dürfen die potenziellen Spender für eine Stammzellspende angefragt werden und mit dem Erreichen des 55. Geburtstags scheiden sie aus der Datei aus. Damit unterscheiden sich die Aufnahmekriterien geringfügig beispielsweise von denen der DKMS – bei uns ist eine Neuregistrierung im Alter von 17 bis 55 möglich, mit der Volljährigkeit und bis zum Erreichen des 61. Geburtstags darf eine so genannte „Fremdspende“ durchgeführt werden.

Seit der ersten unverwandten Spende im Jahr 1993 wurden bereits mehr als 14.800 Transplantationen und damit Lebenschancen durch das JMDP ermöglicht, mehr als 429.000 Menschen sind registriert und stehen somit als potenzielle Spender dem weltweiten Suchlauf für Patienten zur Verfügung.

Wichtig zu wissen: Die für eine Stammzelltransplantation ausschlaggebenden Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) werden vererbt und sind teilweise von der Herkunft abhängig. Es ist also viel wahrscheinlicher, dass Patienten einen passenden Spender unter den eigenen Landsleuten finden. Daher ist es allgemein notwendig, dass sich Menschen jeglicher Herkunft und Nationalität als potenzielle Spender registrieren lassen. Beispielsweise sind in der DKMS in Deutschland aktuell 509 Menschen mit japanischen Wurzeln registriert. Seit unserer Gründung konnten wir bislang zwei Transplantate nach Japan vermitteln und somit Lebenschancen ermöglichen.

Auch im Bereich Wissenschaft und Forschung ist Japan aktiv. So wurde im Jahr 1978 damit begonnen, landesweit relevante Daten zu bündeln. Seit 1996 heißt die dafür zuständige Gesellschaft Japan Society for Hematopoietic Cell Transplantation (JSHCT) und ist mittlerweile eine NGO, die etwa 2300 Mitglieder verzeichnet. Herzstück der Arbeit ist die Organisation von Kongressen, die Herausgabe von regelmäßigen Schriftstücken wie etwa Guidelines, Jahresberichten oder Studien zu Transplantationsempfängern in Japan.

Das Friedensdenkmal in Hiroshima

Das Friedensdenkmal in Hiroshima

Das Thema Leukämie hat in Japan gesellschaftliche Relevanz und ist verbunden mit einer ganz besonderen Geschichte. In Hiroshima erinnern rund um das Friedensmuseum bunte Papierkraniche an das Schicksal der kleinen Sadako Sasaki. Das Mädchen überlebte 1945 den Abwurf der Atombombe über ihrer Heimatstadt Hiroshima und erkrankte einige Jahre später an Leukämie. Sie hoffte voller Zuversicht auf Heilung und zog diese Hoffnung aus einem alten japanischen Sprichwort. Dieses besagt, dass demjenigen, der es schafft, 1000 Origami-Kraniche zu falten, ein Wunsch erfüllt wird. So faltete Sadako auf dem Krankenbett mehr als 1000 Papierkraniche in der Hoffnung, wieder gesund zu werden. Das Mädchen starb 1955 und es wurde in ihrem Namen im Friedenspark ein Kinder-Friedensdenkmal errichtet, wo seit 1998 jährlich eine Gedenkveranstaltung stattfindet. Ihre Botschaft findet nach wie vor Gehör: Bis heute pilgern japanische Schulklassen dort hin und überbringen selbst gefaltete Papierkraniche. Auch ausländische Gäste beteiligen sich: So brachte der frühere US-Präsident Barack Obama bei seinem Besuch in Hiroshima im Juli 2016 selbstgefaltete Kraniche mit, die im Anschluss im Friedensmuseum ausgestellt wurden.

Auch in Deutschland macht man auf das Schicksal des Mädchens aufmerksam: Beispielsweise gibt es in Köln seit 2007 im Hiroshima-Nagasaki-Park – gelegen im inneren Grüngürtel der Domstadt – ein Mahnmal mit dem Namen „Atomwaffen abschaffen“, welches einen Origami-Kranich symbolisiert und auch an Sadako und ihren Wunsch auf Heilung erinnern soll.

Auf der CeBIT in Hannover haben wir vom 20. bis 24. März 2017 dank Salesforce die Möglichkeit, Messebesucher aus aller Welt über unsere länderübergreifende Arbeit zu informieren. Gemeinsam mit Salesforce suchen wir dort weitere Unterstützer und haben daher die Spendenaktion #Chancengeber gestartet. Mit ihr rufen wir dazu auf, Blutkrebspatienten eine „Lebenschance“ zu schenken und der DKMS Geld für den weltweiten Kampf gegen Blutkrebs zu spenden.

DKMS und Salesforce auf der CeBIT

#Chancengeber werden, das ist der klare Appell an die Besucher der CeBIT und an die dort vertretenen Unternehmen. Jeder kann Lebenschancen spenden, sei es direkt durch die Registrierung, durch die Unterstützung unserer Arbeit mit einer Geldspende oder indirekt durch die Schaffung von mehr Aufmerksamkeit für das Thema.

Unter dem Hashtag #Chancengeber kann man die CeBIT-Aktion der DKMS und Salesforce jederzeit verfolgen. Weitere Informationen zur Aktion gibt es auch unter dkms.de/de/cebit2017 und salesforce.com/de/events/details/cebit/