Es sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten und das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu. Ein Jahr, in dem wir wieder gemeinsam mit vielen Unterstützern das Thema Blutkrebs nicht nur in Deutschland, sondern auch international vorangetrieben haben. Wir blicken auf Höhepunkte in diesem Jahr zurück, wie etwa der 25. Geburtstag der DKMS und die emotionalen Begegnungen von Stammzellspendern mit ihren Empfängern, die gemeinsam mit uns das Leben gefeiert haben. Aber es gab in diesem Jahr nicht nur positive Nachrichten, wenn man an den viel zu frühen Tod von Menschen wie beispielsweise Guido Westerwelle denkt, die ihren Kampf verloren und dennoch mit ihrer Geschichte viele Menschen bewegt haben, den Kampf gegen Blutkrebs zu unterstützen.

Es sind die Menschen, die das Herz unserer Arbeit sind. Allen voran die freiwilligen Stammzellspender aus mittlerweile 183 Nationen, die bis heute 60.000 neue Lebenschancen möglich gemacht haben. Weltweit liegt der Anteil der durch die DKMS vermittelten Stammzellspenden bei aktuell 38 Prozent. Und es werden immer mehr. Alleine 2016 haben sich mehr als eine Million potenzielle Lebensretter weltweit als registrierte Stammzellspender in die DKMS-Family aufnehmen lassen. Insgesamt sind es nun 6,9 Millionen an den Standorten Deutschland, Polen, Spanien, UK und den USA.

Und es sind die vielen persönlichen Geschichten und das großartige Engagement unserer Unterstützer, die uns und unsere Arbeit antreiben. Dabei schauen wir auch in die Zukunft und arbeiten daran, für jeden Blutkrebspatienten einen Spender zu finden oder den Zugang zu Therapien zu ermöglichen. Um unsere Vision „Wir besiegen Blutkrebs“ wahr werden zu lassen, haben wir uns 2016 weltweit nicht nur einen einheitlichen Namen und ein neues Logo gegeben, sondern bauen auch verstärkt auf Wissenschaft und Forschung und den internationalen Ausbau unserer Organisation. Denn: Stillstand kostet Menschenleben.

Auch DKMS Insights ging 2016 an den Start, um über all diese Aktivitäten zu berichten, vertiefende Einblicke in die Organisation zu geben und alles Wissenswerte über den Kampf gegen Blutkrebs aufzubereiten. Für 2016 haben wir einen kleinen Jahresrückblick zusammengestellt. Sehen Sie, was uns in diesem Jahr bewegt hat:

Im Januar hieß es „Powerplay gegen Blutkrebs„. Mit der Deutschen Eishockey Liga (DEL) kooperiert erstmalig eine deutsche Profi-Sportliga über eine gesamte Spielzeit mit der DKMS. Über 5.000 Eishockey-Fans konnten als neue, potenzielle Spender gewonnen und durch die Versteigerung von Torhütermasken fast 14.000 Euro für den Kampf gegen Blutkrebs erzielt werden. Größter Erfolg der Kooperation ist aber die Lebenschance, die Dario Troncone bereits geschenkt hat. Der Fan der „Adler Mannheim“ ist der erste tatsächliche Spender, der aus dieser Aktion hervorgegangen ist.

Die sechsmillionste potenzielle Stammzellspenderin ließ sich im Februar in die DKMS aufnehmen. Miriam Mata aus Pompano Beach (Florida) fasste kurz nach ihrem 18. Geburtstag den Entschluss, sich registrieren zu lassen – mit dem festen Wunsch, einem Blutkrebspatienten helfen zu können. „Denn welches Gefühl auf der Welt könnte besser sein?“, fragt sie.

Der März war geprägt von einer Person: Guido Westerwelle. Der ehemalige Außenminister und FDP-Vorsitzende kämpfte lange gegen den Blutkrebs und es war ihm ein großes Anliegen, auf das Thema Stammzellspende aufmerksam zu machen. Auch durch die bewegenden Auftritte in den Sendungen von Günther Jauch (ARD) und Markus Lanz (ZDF) folgten über 40.000 Menschen seinem Aufruf und ließen sich als Spender registrieren. Am 18. März verstirbt Guido Westerwelle mit nur 54 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.

Guido Westerwelle

Guido Westerwelle, Foto: Gene Glover

Mit dem DKMS-Mechtild-Harf-Wissenschaftspreis werden Wissenschaftler geehrt, die herausragende Arbeit im Bereich der Forschung und Wissenschaft auf dem Gebiet der Stammzellforschung leisten. So auch im April die renommierte Wissenschaftlerin Prof. Dr. med. Katharina Fleischhauer. Hintergrund ihrer Arbeit sind die biologischen Grundlagen für den Erfolg oder Misserfolg von Stammzelltransplantationen. Sie arbeitet daran, neue Erkenntnisse über die Immunbiologie der Stammzelltransplantationen zu gewinnen, um diese über eine gezielte, optimale Spenderauswahl und Transplantationsnachsorge den Patienten zugute kommen zu lassen.

Der Mai 2016 stand ganz im Zeichen unseres 25. Geburtstages. In Berlin trafen sich über 20 transplantierte Patienten und ihre Stammzellempfänger und feierten gemeinsam mit der DKMS unter dem Motto „Wir feiern das Leben“. Die DKMS selbst startete mit der Ausweitung ihrer weltweiten Aktivitäten im Kampf gegen Blutkrebs in die Feierlichkeiten. Sie gibt bekannt,  künftig noch mehr zu unternehmen, um Menschen zur Registrierung als Stammzellspender zu motivieren, Blutkrebspatienten Zugang zu notwendigen Therapien zu ermöglichen und die Weiterentwicklung von Behandlungen zu fördern. „Wir haben in den vergangenen 25 Jahren viel erreicht. Aber wir sind längst nicht am Ende unserer Mission. Angesichts so vieler Patienten in Not müssen wir für jeden Blutkrebspatienten den passenden Spender finden oder ihm den Zugang zu Therapien ermöglichen, und das überall auf der Welt“, bekräftigte DKMS-Gründer Dr. Peter Harf das Versprechen an seine an Leukämie verstorbene Frau Mechtild.

Gruppenbild DKMS 25 Jahre

Gruppenbild beim Pressegespräch zu 25 Jahre DKMS mit Moderator Markus Lanz

2011 gab die Kölner Rockband „Brings“ allen Besuchern ihrer „Weihnachtsshows“ die Möglichkeit, sich in den Pausen als Stammzellspender registrieren zu lassen. Im Juni und passend zum 25. Jubiläum der Band trafen sich Lorenzo Lombardi aus Siegburg und Chatzi Anastasia Nikolaos aus Griechenland im Beisein der Kölschrocker. Lorenzo hatte sich damals registrieren lassen und nur wenige Monate später der heute 62-jährigen Chatzi durch seine Stammzellspende das Leben gerettet. Tief bewegt von dieser Begegnung ließen es sich Brings nicht nehmen, beim großen Jubiläumskonzert im Kölner Rheinenergie-Stadion erneut ihre Fans zu mobilisieren und zur Registrierung aufzurufen.

Im Juli verstirbt die Medienberaterin der Märkischen Allgemeine Ela Wagner im Kreise ihrer Familie. Erst wenige Wochen zuvor erhielt sie die tödliche Diagnose Leukämie. In dieser kurzen Zeit rief sie ihr Umfeld immer wieder zur Unterstützung für die DKMS auf, zu ihrer eigenen Rettung durch eine Transplantation kommt es leider nicht mehr. Kurz vor ihrem Tod hatte sie noch einen Wunsch:  dass Geld für den Kampf gegen Blutkrebs gespendet wird – um so anderen Patienten helfen zu können. In einem bewegenden Nachruf auf Ela – geschrieben von ihrem Kollegen Joachim Willisch – übermittelt die Märkische Allgemeine ihren Lesern Elas großen Wunsch, der zu ihrem Vermächtnis wurde. „Es wäre schön, wenn die Leute, die was für mich tun wollten, das jetzt für andere tun, die auch diese Krankheit haben. Das ist mir sehr, sehr wichtig.“

Sportlich startet der August durch. Die DKMS ist erstmals offizieller Partner des Deutschen Hauses bei Olympia in Rio 2016. Als Treffpunkt der nationalen olympischen Familie bot das Deutsche Haus eine großartige Plattform, die Mission der DKMS vorzustellen sowie nachhaltige Kontakte zu Athleten, Funktionären, Verbänden und Sponsoren zu knüpfen. „Wir haben der DKMS sehr gerne die Möglichkeit gegeben, sich im Deutschen Haus zu präsentieren. Jeder Einzelne hat die Chance, Leben zu retten und der Sport ist für diese Mission der ideale Multiplikator. Daher unterstützen wir aus voller Überzeugung die Arbeit der DKMS“, so Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und „Chef de Mission“ der Deutschen Olympiamannschaft in Rio.

Hockey Männer und Frauen am DKMS Stand

Hockey-Männer und -Frauen am DKMS-Stand in Rio

Im September freuten wir uns über einen neuen Rekord: Mehr als 13.000 Registrierungssets wurden online an nur einem Tag bestellt. Der bewegende Hilferuf von Jaqueline auf ihrer Facebook-Seite „Fuck leukemia – Mein Kampf gegen den Blutkrebs“ bewegt die Menschen und verbreitet sich in Windeseile viral im Netz. Am 13. September 2016 schreibt sie: „Immer noch kein Spender. Ich bekomme langsam Angst… Bitte teilt, liked, kommentiert, oder tut, was auch immer in eurer Macht steht. ICH WILL LEBEN! 20 Jahre sind doch wirklich zu jung, um zu gehen. Ich will leben, lieben, lachen! Tun, was alle anderen tun können. Dafür brauche ich eine Stammzellspende. BITTE REGISTRIERT EUCH. Das geht ganz einfach im Internet unter www.dkms.de…“ Tausende Menschen teilen daraufhin ihren Eintrag, schreiben an ihre Pinnwand, spenden Trost und lassen sich bei der DKMS registrieren.

Mit einem Happy End kann der goldene Oktober aufwarten. Die dringend benötigte Transplantation für die dreijährige Ava aus Fife in Schottland steht kurz bevor. Beim weltweiten Suchlauf werden zwei mögliche Spender gefunden. Doch nach weiteren Untersuchungen stellt sich leider heraus, dass diese registrierten Spender aus medizinischen Gründen doch nicht in Frage kommen. Ein sehr seltener Fall und ein großer Schock für die Familie. Unter Hochdruck geht die Suche weiter und es rollt eine Welle der Hilfsbereitschaft an: In nur 48 Stunden bestellen alleine über die Webseite von DKMS UK über 33.000 Menschen das Registrierungsset. Das Posting über Ava und ihr Schicksal auf der DKMS Deutschland Facebook-Seite wird über eine Millionen Mal angeklickt und mehrere tausend Mal geteilt. Im November die erlösende Nachricht: ein neuer, gesunder Spender ist gefunden und Ava erhält endlich eine zweite Lebenschance.

Es ist eines der TV-Highlights des Jahres: Der „Club der roten Bänder„. Nach der Idee von Albert Espinosa wird die Geschichte jugendlicher Patienten erzählt, die sich während ihrer Zeit im Krankenhaus zum „Club der roten Bänder“ zusammenschließen und dabei ihre Erkrankungen gemeinsam meistern, aber auch mit den Problemen des Erwachsenwerdens kämpfen. Mit dem Start der zweiten Staffel im November kommt es zu einem tollen Engagement des ausstrahlenden Fernsehsenders VOX. Mit der ehemaligen Patientin Rinah dreht der Sender einen Werbespot für die Dramedy-Serie und bewirkt, dass sich bisher mehr als 3.000 Zuschauer ein Registrierungsset anfordern. Auch bei der abschließenden VOX-Dokumentation über die Serie ist Rinah mit dabei und bringt dem Zuschauer ihre Geschichte näher.

Rinah im Club des roten Bänder

Rinah (3.v.l.) im Club der roten Bänder

Den Abschluss im Dezember setzen unsere ehrenamtlichen Helfer und Unterstützer. Am 5. Dezember, dem internationalen Tag des Ehrenamts, werden die diesjährigen Preisträger des DKMS Ehrenamtspreises verkündet. Vier Wochen lang konnte in zwei Kategorien online abgestimmt werden. Bei den „Großen Helfern“ setzte sich Hans-Gerd Holzhauer gegen 37 weitere Nominierungen durch. Der langjährige DKMS-Unterstützer aus Ritterhude sammelte bisher fast 200.000 Euro an Spendengeldern und registrierte mehr als 9.000 Menschen als potenzielle Stammzellspender. Bei den „Jungen Unterstützern“ gewann das Berufskolleg Freiherr-vom-Stein in Minden. Seit 2008 ließen sich fast 4.000 Schüler in die DKMS aufnehmen, von denen bisher 58 tatsächlich spenden konnten. Zudem sammelte das Projekt rund 90.000 Euro Spendengelder.

Insgesamt unterstützen jedes Jahr rund 30.000 ehrenamtliche Helfer und Unterstützer weltweit die DKMS und sind damit ein nicht zu ersetzender Baustein im Kampf gegen Blutkrebs.

…und natürlich passierte 2016 vieles vieles mehr! Klicken Sie sich durch auf Insights und freuen Sie sich auf spannende Einblicke im nächsten Jahr.

https://www.youtube.com/watch?v=Cd10WPLFs18

Die DKMS wünscht Ihnen und Ihrer Familie Frohe Weihnachten & alles Gute für 2017!