Nachdem die DKMS in Polen bereits 2015 einen Workshop zum Thema „Koordination der Knochenmark- und Stammzellentnahme“ angeboten hatte, wurde in diesem Jahr aufgrund des großen Bedarfs ein weiterer Workshop veranstaltet. Statt nur drei Stunden wurde der Workshop sogar auf zwei Tage ausgeweitet, damit auch wirklich alle offenen Fragen diskutiert werden können. Das Interesse war groß, knapp 90 Teilnehmer nutzten die Chance, um mehr über die Koordination der Knochenmark- und Stammzellentnahme und dem Zusammenspiel zwischen Spenderdateien, Entnahmezentren und Transplantationskliniken zu erfahren.

Im ersten Teil wurde die Bedeutung des Qualitätsmanagements erläutert und welche Schritte notwendig sind, um alle Prozesse sauber und präzise durchzuführen. Dabei wurde auch gezeigt, mit welchen Systemen die DKMS arbeitet, um alle Schritte abzubilden.

In kleineren Arbeitsgruppen wurden anschließend Themen aus verschiedenen Bereichen diskutiert, u.a. Spenderverfügbarkeit, Stammzell- und Knochenmarktentnahme, Steuerung, Dokumentation und Transport. So kamen nicht nur DKMS-Mitarbeiter zu Wort, sondern auch externe Entscheider und Experten (medizinisches Personal, Kurierdienstleister etc.). Wichtig war uns, dass es sich nicht nur um einen einseitigen Vortrag handelt, sondern ein reger Austausch stattfindet, um die Zusammenarbeit zwischen den Partnern noch effizienter zu gestalten.

Tigran Torosian (links), medizinischer Direktor der DKMS in Polen

Tigran Torosian (links), medizinischer Direktor der DKMS in Polen

Im zweiten Teil ging es um die JACIE Akkreditierung, die an die Transplantionszentren vergeben wird. Hinter JACIE verbirgt sich das Joint Accreditation Committee ICST (International Society for Cellular Therapy) and EBMT (European Group for Blood and Marrow transplant). Eoin McGrath sprach als JACIE-Mitarbeiter über die Bedeutung des Komitees und welche Bedingungen Transplantationszentren erfüllen müssen, um die Akkreditierung zu erhalten. Zudem waren auch Vertreter der einzigen polnischen Klinik mit einer JACIE-Akkreditierung anwesend und sprachen von ihren Erfahrungen.

In kleineren Gruppen wurden Expertenthemen ausgiebig diskutiert

Darstellung des Transportverfahrens von Stammzellen zum Patienten

Im dritten Teil des Workshops wurden Prozesse und Studien vorgestellt, die die Spenderbetreuung und –Beobachtung nach der Entnahme beinhalten. So präsentierte Thilo Mengling, Arzt und Projektmanager für medizinisch-wissenschaftliche Projekte bei der DKMS, die Matched-Pair-Studie, dem Spendernachbeobachtungsprogramm. Denn eine intensive ärztliche Aufklärung, Beratung und Abklärung ist nicht nur vor und während, sondern nach einer Stammzellspende wichtig und gehören zum Standard bei der Spenderbetreuung der DKMS.

Das abschließende Fazit fiel bei allen Beteiligten positiv aus. Mit dem Workshop erhoffen sich die DKMS in Polen und die 90 Teilnehmer eine effektivere Zusammenarbeit mit den Partnern, um Blutkrebspatienten noch besser helfen zu können.