Neben unseren Standorten in Polen, UK und den USA sind wir seit Dezember 2011 auch in Spanien vertreten. Mit Blick auf unsere Mission wollen wir dort die Anzahl potenzieller Stammzellspender erhöhen, um spanischstämmigen Patienten nicht nur in Spanien, sondern weltweit eine verbesserte Chance auf Leben zu geben. Jedes Jahr erkranken rund 5.000 Menschen in Spanien an Leukämie, 7.000 an Lymphomen und weitere 4.500 an anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems. Bei rund 47 Millionen Einwohnern sind aber bislang nur rund 160.000 als potentielle Stammzellspender durch das staatliche System registriert.

Angefangen hat damals alles mit dem spanischen Leukämiepatienten Hugo, der auf die DKMS zukam, weil er dringend einen Stammzellspender benötigte. Dass Hugo noch lebt und im September 2014 seiner Frau das „Ja“-Wort geben durfte, grenzt an ein Wunder. Denn in Spanien sahen die Ärzte 2011 keine Hoffnung mehr für den damals 35 Jahre alten Blutkrebspatienten. Er sei austherapiert, es könne kein passender Stammzellspender gefunden werden, hieß es.

Aber Hugo entschied sich, den Kampf anzunehmen! Nach Recherchen im Internet packte er seine Koffer und fuhr ins Universitätsklinikum Dresden. Parallel dazu organisiert die DKMS eine Registrierungsaktion in Avilés, bei der sich an einem Tag 1.383 Spanier als potenzielle Spender registrieren lassen. Hugo selbst geht es drei Jahre nach seiner Transplantation mit den Blutstammzellen seines Bruders gut.

Doch der Schritt nach Spanien war und ist auch heute noch mit großen Schwierigkeiten verbunden. Denn nach der erfolgreichen Aktion für Hugo vor fast fünf Jahren stellten sich das Gesundheitsministerium und die staatliche Transplantations-Organisation (ONT) quer und untersagten der DKMS die Aufnahme von potenziellen Lebensrettern in Spanien. Eine enttäuschende Entscheidung auf Kosten der verzweifelten Patienten, denn der Kampf sollte nicht zwischen den Organisationen stattfinden, sondern gemeinsam gegen Blutkrebs.

Das ist auch der Grund, warum bis heute lediglich 1.383 Spender bei der DKMS in Spanien registriert sind. Wir hoffen jedoch, auch hier irgendwann wieder aktiv werden zu können, denn der Bedarf an Spendern ist riesig. Auch die Öffentlichkeit ist an dem Thema interessiert, wie ein Zeitungsartikel in der „El Pais“ vor wenigen Wochen zeigt. Da sich in Spanien Spender und Patient aufgrund eines Verbots auch zwei Jahre nach der Transplantation nicht kennenlernen dürfen, wurde in dem Artikel über die emotionale Begegnung eines geheilten chilenischen Patienten mit seinem deutschen Spender berichtet.

In unserem Büro in Barcelona sorgen zurzeit fünf Mitarbeiter dafür, dass die DKMS auch in Spanien unsere Mission, den Blutkrebs zu besiegen, weiter vorantreibt. Da wir nicht untätig sein möchten,bauen wir momentan ein Programm zur psychoonkologischen Unterstützung von Patienten und Angehörigen auf. Seit Juli 2016 ist die DKMS in Spanien in einem ersten Schritt durch die Organización Catalana de Trasplantes (OCATT) authorisiert, in Katalonien in Sachen Patientenhilfe aktiv zu werden.

Zudem betreiben wir Aufklärung in sozialen Netzwerken, bei Verbänden oder dem weltweiten Aktionstag „World Blood Cancer Day“ am 28. Mai. Wenn auch wir noch keine weiteren Spender registrieren dürfen, können wir zumindest die Öffentlichkeit auf das Thema Stammzellspende aufmerksam machen, denn dies Bedarf noch viel Aufklärung.

Sollte es aus Spanien neue, spannende Entwicklungen zu vermelden geben, werden Sie es hier auf Insights erfahren.