Nachdem die DKMS in den USA bereits 2004 den Kampf gegen Blutkrebs ausgeweitet hat, kam 2009 mit Polen ein weiterer internationaler Standort hinzu. Im Büro in Warschau arbeiten heute knapp 90 Kollegen, die ebenso wie in den anderen Ländern alles dafür tun, damit noch mehr Menschen auf das Thema Blutkrebs aufmerksam werden und sich als Spender aufnehmen lassen. Alleine im letzten Jahr konnten 1017 polnische Spender einem Patienten eine zweite Lebenschance geben. Unterstützt wurde die DKMS beim Aufbau der polnischen Datei vom Parfumunternehmen Coty Inc., dessen Mitarbeiter sich mit großem Engagement dafür stark gemacht hatten, dass die DKMS auch in unserem Nachbarland Fuß fasst.

Heute können mehr als doppelt so viele Patienten im Jahr transplantiert werden, weil ein passender Spender vorhanden ist.

Damals waren in Polen nur 45.000 Menschen registriert und für den Großteil der Patienten wurden keine passenden Spender gefunden. Wenn man einen potentiellen Lebensretter gefunden hat, so kam dieser in rund 50 Prozent der Fälle aus Deutschland und nur jeder fünfte Fremdspender aus Polen selbst. „Unser Ziel war und ist es, besonders für Osteuropäer Spender mit den passenden Gewebemerkmalen zu finden, da diese ja auch von der ethnischen Herkunft abhängig sind“, erklärt Stephan Schumacher, Director International Business Development. „Dank der guten Spenderzahlenentwicklung machen die einheimischen Spender seit 2013 den größten Teil aus. Auch können heute pro Jahr mehr als doppelt so viele Patienten in Polen transplantiert werden, weil ein passender Spender im Inland vorhanden ist.

Polnische Studenten zeigen Einsatz beim landesweiten Hochschulprojekt

Polnische Studierende zeigen Einsatz beim landesweiten Hochschulprojekt

Bereits im ersten Jahr konnte die Fundacja DKMS Polska (wie sie bis zum Rebranding hieß) 30.000 neue Spender aufnehmen. Für einen besonders großen Popularitätsschub sorgte der Fall des 2010 an Leukämie erkrankten Heavy-Metal-Sängers  Adam „Nergal“ Darski, der öffentlich dazu aufrief, sich für ihn andere Patienten als potenzieller Lebensretter typisieren zu lassen. Viele polnische Medien berichteteten über das Schicksal des Rockstars und sorgten so dafür, dass sich Tausende Neuspender bei der DKMS meldeten.

Ein großer Erfolg ist auch das Hochschulprojekt an den vielen verschiedenen Universitäten des Landes, welches ständig fortgeführt wird. So konnten darüber bereits über 74.000 junge Spender aufgenommen werden. Allein im Dezember 2015 kamen bei  Registrierungsaktionen an 40 Universitäten 10.453 neue Spender zusammen.

Dies und viele weitere Aktivitäten haben dafür gesorgt, dass man mit 856.000 Spendern (Stand: 27. Juni 2016) mit großen Schritten auf die Eine-Millionen-Marke zugeht. Bei den Entnahmen hat man die 3.000er-Marke überschritten. Zudem finanziert sich die DKMS in Polen inzwischen aus eigenen Mitteln, benötigt also keine Gelder mehr aus Deutschland. Doch allein mit den guten Spenderzahlen möchte man sich auch in Warschau nicht zufrieden geben.

Zurzeit wird ein neues Programm aufgebaut, um Patienten in ihrer schweren Phase der Erkrankung auch noch auf andere Art und Weise zu unterstützen. Dafür führen wir jede Menge Interviews durch, sowohl mit Erkrankten als auch mit Ärzten. Zudem will die DKMS in Polen auch stärker mit Verbänden im Gesundheitssektor zusammenarbeiten, um den Kampf gegen Blutkrebs noch effektiver zu gestalten.

Mehr Informationen unter www.dkms.pl